Reiseberichte lese ich ja ganz gerne und da es bei dem genannten Buch ums wandern geht, stelle ich es hier mit vor.

Beschrieben werden in diesem Buch zwei Touren. Einmal von Rheine nach Passau (840 km) und von Schmalkalden nach Basel (600 km). Der Autor Manfred Sallatzkat aus Gladbeck beschreibt zunächst seine Lebenumstände im Rentnerdasein und kommt mit rund 64 Jahren auf die Idee eine Fernwanderung anzugehen. Als er dies seinem 17 Jahre jüngeren Bruder Gisbert erzählt, kann auch  der sich für den Plan erwärmen und will ihn begleiten. Daraus wird ein sehr symphatischer Reisebericht, der weniger an Leistung und Outdoor-Survival fest macht, als an einer Geschichte über zwei Brüder die eine Reise machen. Sie wandern von einer Unterkunft zur anderen und lassen es sich nach den abgerissenen Tages-Kilometern nach Möglichkeit bei Speis und noch mehr Trank gut gehen.

Es ist wie ich finde ein recht persönliches Buch. Manchmal waren die eingestreuten Reime, Zitate und Liedertexte nicht ganz so meins. Teils kam es so etwas altbacken rüber und die Zitate aus „alten Schinken und vergangenen Tagen“ zeigen zwar die gute Bildung des Autors, offenbaren aber auch die Lücken meiner eigenen. Da mag ich es einfacher. Trotzdem überwiegend ein symphatischer Schreibstil.

Natürlich kommt es auf einer langen Wanderung zu denkwürdigen Momenten, die hier jetzt nicht hyper-dramatisch (also nicht in eine Gletscherspalte fallen oder sowas) sind. Mehr die kleinen und doch seltsamen Erlebnisse werden gewürdigt, wie das Zusammentreffen mit einem Pärchen die mit einem Säugling und einem Bollerwagen quer durch Deutschland und darüber hinaus wandern und dabei auf einem göttlichen Trip sind. Oder Gedanken eines Wanderers zum durchfallgeprägten Stuhlgang mitten im Wald (wird ja sonst eher verschwiegen). Es gibt viele kleine Anekdoten, die das Buch lesenswert machen.

Was mir, als Wander-Anfänger, aufgefallen ist, dass jetzt rein von körperlicher Belastung wenig negatives berichtet wird. Gerade am Anfang hätte ich mehr „Blut und Schmerzen“ erwartet. Soweit ich das verstanden habe, sind beide vorher noch nie tagelang gewandert und trotzdem gehts am Anfang der ersten Wanderung schwungvoll direkt mal ein paar Tage lang, ach eigentlich durchgängig, jeden Tag so 20 – 30 km voran.

Der Author scheint ein gläubiger Mensch zu sein, jedoch mehr in Richtung Gottes Werk ist überall und nicht in die der Anhimmelung in Protzbauten der Kirche. Wer mit sowas nicht klar kommt und es wenigstens akzeptieren kann der sollte vielleicht anderswo weitersuchen.

Eine Empfehlung spreche ich auf jeden Fall aus. Schöner Erlebnisbericht.

Zu kaufen gibts das hier:

In eigener Sache: Diese Rezension habe ich auch auf Amazon veröffentlicht. Sollte sie dir gefallen haben, würde ich mich freuen wenn du sie dort mit einem „hilfreich“-Klick bewerten würdest. Dort veröffentliche ich regelmäßig neue Rezensionen unter dem Usernamen kaiz74. Vielen Dank!

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