Wander-Partisan

Wandern mit Freunden und Hund

Exkursion Bushcraft oder „Eine Nacht im Wald.“

Dieses Wochenende stand mal keine Wanderung an. Mit Kameraden vom Bogenschützenverein JBC Wuppertal e.V. tauschte ich mich zum Thema Bushcraft / Survival im Wald aus und verbrachte die letzte Nacht auf dem Vereinsgelände in Wuppertal.

Interessiert man sich für das Wandern und die Natur, liegt das Thema Bushcraft nicht allzu fern. Mit möglichst einfachen Methoden im Wald zu überleben ist eine spannende Sache und wird oft glorifiziert in vielen Fernsehsendungen dargestellt. Bear Grylls, Ed Stafford und andere Survival-Experten  hatten mich ja schon zigfach vorbereitet und so war ich  zumindest gedanklich optimal vorbereitet. Oder doch nicht? 😀

Beim JBC Wuppertal besteht die Möglichkeit in einem Waldgelände auf viele verschiedene Schaumstoff-Ziele mit dem Bogen zu schießen. Einige Vereinskameraden beschäftigen sich seit längerem mit dem Thema Bushcraft und so kam irgendwann die Idee zu einem Erfahrungsaustausch auf, inklusive Praxis auf dem Gelände und Übernachtungsmöglichkeit. Meine Gelegenheit um Erfahrungen auszutauschen,  Ausrüstung zu testen und gleichzeitig meinen achtjährigen Söhnen ein kleines Abenteuer zu bieten.

Besonders danke ich Björn Eickhoff, der einen eigenen Blog zum Thema Messer, Tactical Gear und Survival betreibt, für die tolle Idee zum Treffen. Erwähnt werden muß Sebastian, der als Gärtner in einer Baumschule arbeitet und unglaubliche viele Informationen zu essbaren Pflanzen und Anekdoten beisteuerte. Viele Grüße auch an Andrea, ebenfalls Bloggerin, zum Thema Bogensport, die zumindest gestern tagsüber mit im Gelände sein konnte.

Schon Tage vorher fing das Abenteuer für mich an denn ich musste entscheiden, was packe ich ein für meine Söhne, was würden wir essen, wie schlafen, was will ich ausprobieren. Der Vorschlag von Björn mir eine Baumarktplane zu beschaffen und dann damit im Wald zu nächtigen, ging mir dann doch etwas zu weit. Wozu habe ich mir gerade mein Zelt gekauft? Das geht mit, genauso wie die neue Iso-Matte. Und yeah, das Trangia-Koch-Set, dass ich seit 2 Jahrzehnten unbenutzt im Schrank lagerte, wurde ebenfalls mitgeschleppt. Typischer Anfängerfehler: Viel zuviel Zeug an Klamotten für alle Eventualitäten mitgeschleppt.

Kaum angekommen wurde erstmal ein Berg an Ausrüstung ausgeladen.

Danach ging es entspannt zur Sache mit dem Thema Messer und die Verwendung verschiedener Typen im Outdoor-Bereich. Dies auch unter Einbeziehung rechtlicher Aspekte. Da hatten Björn und Sebastian ziemlich viele Informationen parat. Zu diesem Zeitpunkt waren auch noch andere Bogenschützen dabei, die sich am Thema beteiligten. Klasse Sache. Hier zeigt sich schnell, dass man da viel Geld versenken kann und dann doch nicht das erhält, was sich im Wald oder auf Reisen als nützlich erweist.

Björn hatte auch noch einen ganzen Karton voller Literatur mitgebracht. Derzeit ist da ja einiges auf dem Markt und viel zu viele versuchen Kasse zu machen. 20160730_165712Eine Empfehlung von Sebastian ist das englischsprachige Buch „Bushcraft“ von Mors Kochanski. Erhältich z.B. bei Amazon: http://amzn.to/2aCr5qW

Das fand ich auch nicht schlecht, da es sehr viele anschauliche Zeichnungen enthält.

Die anderen Bücher fand ich auf den ersten Blick nicht sehr überzeugend. Dabei muss ich aber sagen, dass ich nur kurz durchblättern konnte.

Anschließend ging es mit Sebastian über den Parcours und den Wald. Ich war ziemlich beeindruckt, was für eine Fülle von essbaren und giftigen Pflanzen wir an jeder Ecke finden konnten. Pflanzen an denen ich bisher achtlos vorbeigegangen bin. Hier lohnt es sich sicherlich mal intensiver in den Bereich reinzuschnuppern.

Allerdings näherte sich da schon der Abend und wir beschlossen unsere Behausungen einzurichten. Meine Söhne und ich würden jeweils in einem kleinen Zelt schlafen, Sebastian testete eine Tarp-Konstruktion und Björn wollte hoch hinaus und plante die Nacht in einer überdachten Hängematte zu nächtigen.

Hier ein paar Bilder (und nein, wir sind nicht im Märchenwald. Wir hatten unser Lager nahe an einigen der 3D-Ziele platziert, die dann auch schonmal aus Fröschen und Riesenschnecken bestehen):

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Danach kam wieder Action. Feuer. Björn demonstrierte mit Zunderstein und Zunder aus Diestelsamen das Feuermachen. Das ging ziemlich schnell an und dann ebenso schnell wieder aus.

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Sebastian versuchte es dann auch nochmal und nein, er ist nicht abgefackelt.

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Am gemütlichen Lagerfeuer wurde bis spät in die Nacht hinein gefachsimpelt. Besonders interessant waren einige der Ausrüstungsgegenstände die Sebastian da angeschleppt hatte, wie zum Beispiel den kleinen holzbetriebenen Wasserkocher.

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Das mit dem Würstchen am Stock funktionierte bei den Teilnehmern nur mit begrenztem Erfolg. Dafür konnte ich erfolgreich mein Trangia-Kochset mit Spiritusbrenner einweihen und mir ein Bannock-Fladenbrot und Fleischkäse darauf zubereiten. Das funktioniert also schonmal. Ein sehr simples und nahrhaftes Rezept aus 2 Tassen Mehl, 1 Tasse Wasser, Prise Salz und ein halbes Paket Backpulver werden zu einem Teig vermengt und dann in einer Pfanne mit etwas Öl „gebraten“. Lässt sich auch sehr gut pimpen, wenn man es zunächst ausrollt, Salami und Käse reinlegt und dann zusammenfaltet. Hier aber nur die einfache Version.

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Seltsamerweise verschwanden während des Backvorgangs diverse Hopfenprodukte.

Die anschließende Nacht ging einigermaßen, wenn sie auch sehr kurz war. Zumindest für mich war sie angenehm gewesen. Björn hatte während der Nacht den Kampf mit der wohl-nicht-so-tollen Hängematte aufgegeben und war auf den Boden umgezogen. Richtig geweckt wurden wir bereits kurz vor 6 Uhr von einem auf der anliegenden Trasse daherziehenden Gruppe, die meinten das um diese Uhrzeit jedermann mit lautstarker Musik beschallt werden müsse. Egal, danach war es wieder sehr still im Gelände und wir genossen die erste Tasse Kaffee am Morgen.

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Ein interessantes Treffen war es auf jeden Fall und ich habe viele hilfreiche Tips mitnehmen können. Ich hoffe auf eine Wiederholung und freue mich jetzt schon.

Blog-Eintrag von Björn

Blog-Eintrag von Andrea

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  1. Klasse Bericht!

    Dann brauch ich ja gar keine Zusammenfassung mehr schreiben und kopiere einfach Deine 😉

    Ich hoffe, wir können bald wieder sowas machen.

    Viele Grüße
    Björn

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