Im Internet habe ich mir die regionalen Wanderwege angeschaut und bin dabei auf den Bergischen Weg gestoßen.

Bergisches-Wanderland.de – Portrait

Etliche Kilometer Wanderwege (262 km), aufgeteilt in 14 Etappen. Regional für mich gut erreichbar und der Beginn quasi vor meiner Haustür. Die Wege führten nach Kartenmaterial überwiegend abseits der Straßen.


Wir wurden also morgens am Startpunkt der Etappe 1 von meiner Frau ausgesetzt und sind dann losgestratzt. Trockenes und Kühles Wetter. Ausgedruckt hatte ich mir Kartenmaterial von der obigen Webseite. Hierzu muss ich allerdings sagen, dass ich mir selber die Streckenabschnitte entsprechend meinen Wünschen herangezoomt hatte und dann auf 3 Dina-4 Seiten ausgedruckt habe. Bemängeln muß ich, dass auf der obigen Seite zwar auch die Möglichkeit besteht sich die Karte auszudrucken. Das fand ich aber suboptimal, da alles in kleine Mini-Abschnitten ausgedruckt wird und man so mal eben 13 Seiten raushaut. Vielleicht soll man die dann zusammenkleben oder was auch immer. Versteh ich nicht. Zusätzlich unterstützt wurde ich von meinem akkutechnisch leider bescheidenen S3 und der Wandersoftware Locus Free Map (wirklich super). Da ich mir dieses aber erst einen Tag zuvor heruntergeladen hatte, waren mir die vielfachen Funktionen noch nicht vertraut und so diente es dann im Vergleich zu den Karten zur Feststellung der momentanen Position.

Der Startpunkt liegt an einem Restaurant und nach anfänglichen Orientierungschwierigkeiten fanden wir auch recht schnell die orangenen Wegezeichen. Bereits kurz nach dem Start befanden wir uns hoch oben mit einem fantastischen Ausblick über den Baldeney-See. Wirklich schön. Natürlich hab ich den Fotoapparat vergessen. Beim nächsten Mal.
Danach ging es aber wieder am Baldeneysee entlang. Schon morgens zu viele Leute. Doof finde ich das Radfahrer auch die extra als Gehwege ausgeschilderten Bereiche nutzen. Da wirds schonmal eng.

Peinlicherweise haben wir uns da das erste mal verlaufen und sind an der Abzweigung vom Rundweg Baldeneysee vorbeimarschiert. Nachdem wir Ausschau nach einer Abzweigung über die Hespertalbahnstrecke gesucht hatten und die für uns naheliegende erste Möglichkeit nur in einen Privatbereich führte, mussten wir erstmal umdrehen. Der tatsächliche Übergang war dann eher unscheinbar. Ob genau an dieser Stelle die ansonsten üppigen Wegemarkierung fehlte, weiß ich leider nicht mehr. Wir haben es mal als Anfängerfehler verbucht. Von da an waren wir aber wirklich überwiegend alleine im Grünen unterwegs. Die Wege sind zwar gut gekennzeichnet, aber halt Wanderwege. Teils ging es dann an bewirtschafteten Feldern vorbei, wo man sich durch hohes Gras schlagen musste und vorsichtig sein musste, wollte man nicht in einen Graben rutschen. Richtig knackig wurde es dann nochmal im Hespertal, wo es dann recht steil den Berg runterging und der Weg ziemlich durch die letzten Regenfälle zersetzt worden war. Doch schon recht angeschlagen ging es dann noch am Golfclub vorbei. Neidische Blicke haben wir dann auf die Golfcarts geworfen. Aber wir wollten es ja so.

Die Wegekennzeichnung war überwiegend gut. Mehr aus Vorsicht nach unserem ersten Reinfall habe ich dann doch die GPS-Software hinzugezogen. Der Endpunkt liegt dann in Velbert, an einer Wegekreuzung im Wald. Das fand ich etwas seltsam, da der Startpunkt an einem Wanderparkplatz gelegen hatte. Für uns kein Problem, da von diesem Punkt bis zu meinem Zuhause im Hefel nur noch knapp 2,5 km zu laufen waren. An- bzw. abreisende Wanderer die nur diesen Streckenabschnitt laufen, müssen sich dann aber darauf einrichten sich mindestens bis zur nahegelegenen Siedlung durchzuschlagen. Laut Smartphone 15 km gewandert.

Knapp einen halben Kilometer vor der Heimat verspürte ich dann einen stechenden Schmerz unter der Fußsohle. Unter dem rechten Fuß hatte sich eine dicke Blase gebildet und war beim laufen aufgeplatzt. Zähne zusammengebissen und ab nach Hause. Bei angenehmen Temperaturen gönnten wir uns ob der erfolgreichen Wanderung erstmal ein kühles Bier.
Die Nachinspektion ergab einen Knubbel in der Socke die zu einer Blase führte. Ich hab mich dann umgehend um richtige Wandersocken gekümmert. 15 € das Paar von Falke. Das ist es mir wert.
Am Nachmittag habe ich dann noch eine Zecke aus Hannis Fell gezupft, die sich noch nicht verbissen hatte. Leider stellte sich heraus, dass sich eine weitere dann an meinem Bauch gütlich getan hatte. Super. Nach einer eigentlich restlosen Entferung stellte sich dann aber doch eine Rötung ein und nachdem sich diese verschlimmerte suchte ich Dienstag den Arzt auf. Ergebnis: Bakterien aka Borreliose und somit 20 Tage Antibiotika schlucken. Ansonsten 2 Tage lang Muskelkater.

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