Tja, der nächste Teil sollte die Strecke von dem netten kleinen Parkplatz an der K9 aus in Leichlingen sein und uns bis nach Odenthal zum Altenberg Dom führen. Leider konnten wir nur ein Teilstück von etwas über 10 km davon wandern, da uns einige Hindernisse erwarteten. Abgesehen davon war es bisher das leichteste Teilstück auf dem Bergischen Weg. Ein Widerspruch? Nein.

Das dynamische Trio, bestehend aus Meik, Hanni und mir wurden von meiner reizenden Gattin zum Startpunkt in Leichlingen kutschiert. Allerdings verfransten wir uns entlang der K9 und fanden den kleinen Parkplatz nicht auf Anhieb.

Also haben wir gehalten und ich hab mein Garmin Outdoor-GPS angeworfen um zu sehen, wie weit wir vom Track entfernt waren. Oh-oh.. Warnung vom GPS. Batterien schwach. Es funktionierte aber und so konnte ich feststellen, dass wir zwar unmittelbar am Bergischen Weg waren, aber nicht beim Startpunkt. Soweit war das bestimmt nicht weg, also starteten wir direkt vor Ort. Die Batterien werden bestimmt noch halten. Dann guck ich halt diesmal nicht so oft drauf. 😀

100 Meter weiter und das GPS geht aus. Ersatzbatterien – keine. Wer hat die Akkus nicht geladen – Ich. Wer hat keine Ersatzbatterien eingepackt – Ich. Wer geht trotzdem weiter und folgt der Wegmarkierung mit der völligen Sicherheit, dass wir uns wie am Anfang unserer Wander-Karriere gnadenlos verirren – WIR!

Naja… zunächst erwog ich noch die Möglichkeit irgendwo Batterien zu erwerben, aber wie das halt so ist, wenn man einen Wanderweg in der Pampa marschiert. Da gibt es keine Geschäfte. Was solls, haben andere Wanderer auch nicht und streng genommen ist das ja eigentlich ein Luxus der mir nur ein gewisses Sicherheitsgefühl gibt.

Das Wetter war übrigens super und die Strecke ist die einfachste die wir auf dem Bergischen Weg bisher gewandert sind. Getroffen haben wir die ersten zwei Stunden zwei Menschen, abgesehen von Autofahrern beim überqueren einer Straße. Und dabei hatte ich gedacht, bei der letzten Wanderung wären wir schon wenigen Leuten begegnet. Hier muss ich echt mal ein Lob 2image137aussprechen. Die Teilstücke des Wanderweges waren fast alle so angelegt, dass man abseits der Straßen, fast immer im Grünen ist und Routen wandert die selten genutzt werden. Also Orte an denen man die Natur noch erleben kann und trotzdem auf guten Wegen geht. Ok, meistens auf guten Wegen. Als wir die A1 unterquerten, war es ein paar Minuten was lauter und manchmal muss man durch matschiges Gebiet. Und manchmal sind die Sperren auch verbogen (siehe Bild oben) und wir erhalten freies Wegerecht.

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Erst in der Nähe von Altenberg erhöhte sich die Wandergesellschaft, dann aber deutlich. Ein netter älterer Herr begrüßte uns freundlich und wünschte uns einen „Buen Camino“, dem Pilgergruß auf dem Jakobsweg.  In einer kurzen Unterhaltung erfuhr ich, dass er uns mit unserer „Trainings-Ausrüstung“, den vollen Rucksäcken, tatsächlich für Pilger auf dem Jakobsweg hielt. Ein Zeichen? Ich entgegnete ihm, dass wir auf dem Bergischen Weg unterwegs seien und der Jakobsweg vielleicht später einmal dran sein würde. Grinsend gingen wir weiter. Wir? Pilger? Überlegt hatten wir uns das ja schonmal.

Wenig später erreichten wir auch eine Hinweistafel, dass eine der Routen des Jakobsweges über Altenberg führt und dort angeblich noch heute Pilgern Obdach gewährt wird. Gut zu wissen.2image141

Dann das erste Zeichen vom Jakobsweg, dass ich je in meinem Leben wahrgenommen habe. Die gelbe Jakobsmuschel, blauer Grund mit gelbem Richtungspfeil.

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An diesem Knotenpunkt mit vielen Wandermarkierungen verloren wir dann auch den Bergischen Weg und marschierten entlang der belebteren Straße Altenberger-Dom-Straße direkt nach Altenberg rein. Bis dahin waren die Wandermarkierungen Bergischer Weg aber Top. Es musste wohl an unserer lebhaften Diskussion über den Jakobsweg gelegen haben, dass wir unseren Weg verloren hatten. Auf der Straße sahen wir einige Fahrzeuge der gehobeneren Klassen an uns entlangbrausen. Verpasst haben wir durch unseren direkteren Weg das Märchenland in Altenberg und kamen direkt zum Altenberg Dom. Die Diepentalsperre am Anfang haben wir auch ausgelassen aufgrund unseres späteren Einsatzes.

Am Parkplatz Märchenwald wollten wir uns abholen lassen. Dieser ist kostenpflichtig, wie einige der größeren Parkplätze in der Umgebung. Ein beliebtes Ausflugsziel. Als Kulturbanause habe ich nur ein Bild vom eindrucksvollen Dom gemacht und eine nähere Betrachtung unterlassen. Auch mit Rücksicht auf Hanni, die Menschenmengen nicht mag. Hier sind schon einige Menschen unterwegs.2image136

Meine Frau hatten wir einige Zeit vorher schon über die gewünschte Abholung informiert und nur wenige Minuten nachdem wir uns im Sonnenschein auf einer der Bänke im Park niedergelassen hatten, war unser Taxi schon in Sicht und wir konnten sie vor dem Parkplatz abfangen.

Das Smartphone bescheinigte uns eine Strecke von 10 km. Aufgrund der geringen Steigungen empfanden wir diese Strecke aber nicht mehr als Herausforderung und hätten auch das doppelte wandern können. Im Nachhinein habe ich dann festgestellt, dass wir deutlich hinter unserem eigentlichen Startpunkt losgewandert sind und wegen des direkten Wegs an der Straße schneller ans Ziel kamen als gedacht (4 km weniger!).

Mit unserem Erreichen von Altenberg wird wohl erstmal ein Ende mit dem Bergischen Weg sein. Die An- und Abfahrten stehen in keinem vernünftigen Verhältnis mehr und es macht keinen Sinn meine Frau für unser Hobby stundenlang durch die Gegend fahren zu lassen. Schade.

Als nächstes sind Wanderungen in der Umgebung von Velbert geplant oder Rundwanderungen, wo wir uns nicht hinfahren lassen müssen.

Der Weg wie er eigentlich hätte sein sollen:

 

 

Bergischer-Weg-Leichlingen-Altenberg.gpx (83 Downloads)

 

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