Nachdem die für gestern geplante Wanderung wegen Dauerregen ausgefallen war, sind wir heute die nächste Etappe des Bergischen Weges angegangen. Mittlerweile folgen wir zwar weiter dem Bergischen Weg, setzen aber die Beginn- und Endpunkte nach unseren eigenen Vorstellungen. Vorgenommen hatten wir uns eine Strecke von etwa 13 km bis zu einem Punkt knapp auf Stadtgebiet Mettmann.

Offizielle Etappe 2 Bergischer Weg und Etappe 3

Der Startpunkt heute war das Schloß Hardenberg in Velbert-Neviges (Zum Hardenberger Schloss 4, 42553 Velbert). Hier steht ein großer Parkplatz zur Verfügung. An den Wochenenden jedoch mit einer kleinen Parkgebühr kostenpflichtig.

Hinter dem eigentlichem Schloß und dem Park ging es dann wieder auf den markierten Wanderweg. Um 9:00 Uhr anscheinend ein Treffpunkt für Gassigänger, die mehr oder weniger einsichtig mit Hannis ängstlichen Reaktionen umgingen. Nicht ganz so schön, aber da müssen wir durch.21IMG_1506

Jetzt wurde kernig gestartet und der Bergische Weg macht seinen Namen da alle Ehre. Bergauf, ein wenig Gerade und wieder bergauf. Die Wege sind in einem ordentlichen Zustand und gut begehbar. Es geht halt erstmal nur elendig bergauf. Mein Wanderkamerad Meik hat übrigens seine alten Bundeswehrstiefel rausgekramt. Der Wahnsinnige! Ich bin derzeit noch mit meinen leichten Outdoor-Schuhen unterwegs, die aber auch nicht der oberen Qualitätsstufe entspringen. Man sieht hier ist noch Verbesserungsbedarf.

Auf dem Weg nach oben konnten wir aber öfters eine sehr schöne Aussicht genießen. Das Wetter meinte es heute gut mit uns.

2IMG_15152IMG_15202IMG_1523

 

 

 

 

Nachdem wir die Bogenstraße gekreuzt hatten, ging es erstmal wieder bergab. 2IMG_1510Wir überquerten einen kleinen Bach und wie das so ist wenn man einmal im Tal ist, geht es natürlich auch wieder kräftig bergauf.

Trotz Kartenausdruck und Smartphone-App-Unterstützung gelang es uns vom Weg abzukommen. Vermutlich hatten wir mal wieder aufgrund reger Unterhaltung eine Abzweigung übersehen. Passiert uns anscheinend auf jeder Wanderung. Wir beschlossen quer durch den Wald bzw. Wiese wieder auf den regulären Weg 2IMG_1514zurückzukehren. Leider war die Abkürzung durch ein eingezäuntes Schongebiet für Bäume dann keine Abkürzung mehr und wir mussten dann wieder  in einem Waldgebiet eintauchen.
Nachdem wir nach einer Zeit aus dem Dickicht auftauchten, trennte uns nur noch ein kleiner Hang vom Weg. Ich bin dann galant auf dem Hosenboden runtergerutscht, während Meik vorsichtig runterkraxelte. Hanni hat das eher wie eine Bergziege gemeistert. Aber wir waren wieder „Right on Track“.

Anschließend ging es kurz mal an der Asbrucher Str. entlang. Ab diesem Teilstück ging es  entspannter zur Sache, auch wenn Meik ab und zu über seine in den Knobelbechern schmorenden Füße klagte.

Durch das Waldgebiet Oberdüssel erreichten wir die Autobahn 535 und konnten sie gemütlich unterqueren. Hier begegneten wir dann auch einer kleiner Gruppe Wanderinnen, die uns entgegenkamen. Mittlerweile ist es recht spannend zu raten ob andere ebenfalls mit uns auf dem Bergischen Weg bzw. Neandersteig unterwegs sind.2IMG_1524

Später führte uns der Weg auf recht matschigen Wegen am Holzer-Bach vorbei. Etwas rutschig, aber begehbar. Kein Wunder nach den Regenfällen der letzten Tage. Hanni begnete hier auch einer anderen Hunde-Dame, die freilaufend direkt auf sie zustürmte. Da sie von gleicher Größe und Statur war, ging es diesmal entgegen sonstiger Gewohnheit ziemlich ausgelassen zur Sache. Wir waren da schon nicht mehr in die Lage irgendwelche Spurts hinzukriegen. Aber Hanni ist echt eine Kampfsau und steckt die langen Strecken locker weg. Bei einer kurzen Rast wurde das aus der eigens mitgeführten Trinkflasche angebotene Wasser genauso wie angebotene Leckerlies konsequent verweigert. Sie wollte lieber weiter, während wir noch an Müsliriegeln knabberten.2IMG_1521

Aber auch im Gelände ist sie eine Hilfe. Da sie gegen Matsche allergisch ist, findet sie trittsicher den besten Weg auf schlammigen Pisten. An einer Stelle wären wir ohne sie einfach an einem Wegweiser vorbeimarschiert. Sie marschierte einfach rechts auf einen kleinen Weg der ins Dickicht führte. Wir wollten eigentlich dem Hauptweg folgen, doch auf den zweiten Blick erkannten wir, dass unser Wanderweg dortlang führte.

Das Etappen-Ende 2 des offiziellen Bergischen Weges liegt in einer beschaulichen kleinen Siedlung von Wülfrath. Hier sollen laut Plan auch mehrere Gaststätten sein. Wir haben nur einen kleinen Marktstand gesehen, die Kirche geknipst und sind nachdem Meik sein 2. Paar Socken ausgezogen hatte, weitermarschiert. Der Tip mit den doppelt getragenen Socken zur Blasenvermeidung war dann wohl auch nicht der Beste.2IMG_1526

Kurz vor erreichen des letzten längeren Teilstücks standen wir an einer Abzweigung relativ ratlos beieinander. Die ansonst gut sichtbaren Wegemarkierungen waren nirgends erkennbar. Auf dem Bild ist erkennbar, wo man NICHT geradeaus zwischen den Weiden hergehen sollte. 2IMG_1527Zwei Mädchen von dem angrenzenden Hof halfen uns weiter. RECHTS VOR den Pferden ging es rein. Wir bedankten uns freundlich und  bald hatten wir auch wieder das vertraute Zeichen vor uns.

An der nächsten Ecke und Abzweigung des Wanderweges trafen wir dann auf eine große gut gelaunte Wandersgruppe, die uns entgegenkam und gerade erst wieder vom Irrweg auf den richtigen Pfad zurückgekehrt waren.  Sie gingen den Neandersteig entlang, der größtenteils auf dem gleichen Weg liegt und hatten wohl ebenfalls eine wichtige Markierung nicht gefunden. Nach einem kurzen Plausch dann ging jeder wieder seinen Weg. Wir rätselten noch eine Weile, wieviele Kilometer sie wohl noch so vor sich haben würden. Wir hatten ja fast den Abschlußpunkt für heute erreicht und spürten dass auch in unseren Knochen. Die kurzen Begegnungen abseits der üblichen Wanderwege verlaufen eigentlich immer sehr freundlich. Mindestens eine kurze nette Begrüßung ist immer drin.

An einer Wegekreuzung stillte Hanni dann noch ihren Durst an einer tiefen Pfütze. Ich hatte es ja schon geahnt (siehe meinen Beitrag zur Wasserversorgung auf Wanderschaften für Hanni).

Die letzten Meter lagen vor uns. Entlang von Feldern auf der Kölnischen Straße, 2IMG_1528konnten wir in der Ferne parkende Autos erblicken, die auf Erreichen unseres Endpunktes Ecke Elberfelder Str/Kölnische Str. (Außenbezirk Mettmann) hinwies. Diesen hatte ich gewählt, da meine Frau uns mit dem Auto abholen sollte und ich eine gute Erreichbarkeit anhand der Karte gemutmaßt hatte.

Wir ließen uns dann einfach am Straßenrand nieder und harrten der Dinge die da kommen würden. Vorzugsweise in Form eines Kombis der unsere müden Knochen 2IMG_1529heimwärts und zu einem kühlen Bier befördern sollte.

Obwohl wir meine Frau telefonisch früh genug über die bevorstehende Zielerreichung informiert hatten, tat sich lange Zeit nichts. So bewunderten wir vorbeifahrende Autos und Motorräder und die wunderten sich vermutlich über die 2 Gestalten die am Straßenrand auf ihren Rucksäcken saßen. Übrigens habe ich heute meinen großen Rucksack eingeweiht. Zwar nur mit einem geschätzten Gewicht von 5 Kilo, aber ich wollte ja erstmal sehen, wo sich Probleme auftun könnten. Bislang gab es keine, da er sich angenehm tragen ließ.

Endlich tuckerte dann die ersehnte Abholung an. Allerdings von ungewohnter Richtung, nämlich von Seiten der Feldstraße. Anscheinend hatte es das Navi für angemessen gehalten, die ländlichen Wege zu wählen und ihnen auch etwas von der Landschaft zu zeigen anstatt einfach die Hauptstraßen entlang zu führen. Das erklärte dann auch die Verzögerung.

Zuhause angekommen wurde im Garten noch auf die erfolgreiche Wanderung angestoßen. Pünktlich nach Leerung des Gerstensaftes fing es dann an zu regnen.

Danke Petrus, dass du uns heute verschont hast. Danke an meine Frau, die uns nicht nur moralisch unterstützt sondern auch rumkutschiert. Danke an Hanni für die ausdauernde Art und Weise wie du klaglos jeden Weg mit uns gehst. Und natürlich auch Danke meinem Wanderkameraden Meik, ohne den ich die bekloppte Idee mit dem Wandern vermutlich nicht so angegangen wäre.

Bis zum nächsten Mal! Horrido!

Share This: